Neu-Isenburg und die Huguenotten

Auf den Spuren der Hugenotten in Neu-Isenburg

 

Die Oktoberveranstaltung des Clubs am 12. des Monats widmete sich der Suche nach den Spuren der Hugenotten in Neu-Isenburg. Sie begann mit einer Führung durch das Stadtmuseum in der Löwengasse.

 Der Leiter des Museums, welches sich in dem historischen (wieder originalgetreu aufgebauten) ehemaligen Gasthaus „ Zum Löwen“ befindet, gab uns einen überaus interessanten Überblick über die Gründungsgeschichte von Neu-Isenburg. Sie steht im engen Zusammenhang mit der Verfolgung der Hugenotten im 17. Jahrhundert.

Im Jahre 1699 gestattete Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach 34 hugenottischen Familien, die nach der Aufhebung des Toleranzediktes von Nantes wegen ihrer protestantischen Religion aus Frankreich fliehen mussten, die Rodung und Ansiedlung auf seinem Territorium im Sprendlinger Wald. Die Siedlung wurde von den umliegenden Gemeinden „welsches Dorf“ genannt. Der Graf sicherte den Hugenotten Schutz, freien Gebrauch der französischen Sprache, Religionsfreiheit und weitere Privilegien zu, wie es in dem 14 Artikel umfassenden, im Museum ausgestellten Privileg beurkundet worden ist. Im Gegenzug leisteten die Siedler am 24. Juli 1699 im Offenbacher Schloss dem Grafen als neuem Landesherrn den Treueeid. Zum Dank an ihren Landesherrn wurde der Ort „Neu-Isenburg“ genannt.

Den Grafen bewogen zum einen seine calvinistischen Ansichten, zum anderen aber wirtschaftliche Aspekte zur Aufnahme der Flüchtlinge, setzte er doch auf das Manufakturwesen, um seinem Land zu wirtschaftlichem Aufschwung zu verhelfen. Gerade die Hugenotten waren die wichtigsten französischen Vertreter dieser Wirtschaftsform und verfügten über fortschrittliche Handwerksmethoden, z.B. als Strumpfwirker, Hutmacher, Hasenhaarschneider und Portefeuiller. Die Tätigkeit der Handwerker legte den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung Neu-Isenburgs. Handwerkszeug, Textilien und handwerkliche Herstellungsmethoden sind in der Ausstellung zu besichtigen.

Weitere Schwerpunkte des Museums sind theologische Aspekte und die Lebensweise der ersten Hugenotten. Predigten der bis heute von der calvinistischen Gemeinde gewählten Pfarrer fanden zunächst unter freiem Himmel und ab 1708 in der aus Holz errichteten Kirche statt, die 1773 durch eine Kirche aus Stein ersetzt wurde.

Hervorragende Bedeutung hat das im Museum verwahrte Konsistorienbuch (Livre du Consistoire). Aufgezeichnet von den Gemeindepfarrern präsentiert sich auf 243 (erhaltenen) Seiten das kollektive Leben einer calvinistischen Gemeinde, eingebettet in die deutsch-reformierte Landesherrschaft Ysenburg-Büdingen-Offenbach. Themen sind u.a. rituelle Praxis, soziale Disziplinierung in der Kirchenzucht, aber auch ausführliche und detaillierte Dokumentationen zur komplizierten Rechtswirklichkeit im frühen 18. Jahrhundert.

Bei der weiteren Spurensuche begleitete uns der Museumsleiter bei einem kurzen Altstadtbummel. Neu-Isenburg war eine der Planstädte des 17. und 18. Jahrhunderts.  Der Ort hatte und hat noch einen quadratischen Grundriss. Von den Ecken führen diagonale Straßen zum Marktplatz, auf dem früher das Rathaus der Hugenotten stand. Zusätzlich sind die Mitten der Außenseiten des Quadrats durch Straßen mit dem seinerseits quadratischen Marktplatz verbunden. Diese Struktur ist heute noch gut erkennbar.

Unsere Spurensuche klang aus mit einem geselligen Zusammensein im -auch geschichtlich bekannten- Frankfurter Haus. An diesem Platz, der (noch) auf Frankfurter Gemarkung liegt, errichtete die Freie Reichsstadt Frankfurt nach Ankunft der Siedler aus Angst um ihren unbeschützten Stadtwald ein trutziges Forsthaus, das 1702 fertiggestellt wurde.

Unsere Suche nach den Spuren der Hugenotten hat uns interessante aber auch nachdenklich machende Einblicke in die Situation und das Leben von Flüchtlingen gewährt.

 

Hartmut Schroer

Michaela Graziani

Neu-Isenburg……      

est une des villes où les “migrants huguenots‟ qui quittèrent la France en passant par la Suisse (qui ne pouvait pas les recueillir tous) s’établirent suite à l’abrogation de l’édit de Nantes en 1685 et ses conséquences.

Le comte Johann Philipp von Isenburg-Offenbach, avait assuré leur protection, la libre utilisation de la langue française et la pratique de leur religion. Il mit à leur disposition  la forêt de Dreieich. Dans le château d’Offenbach 34 familles françaises prêtaient le 24 juillet 1699 le serment de fidélité à leur souverain. Pour remercier le comte, ils ont appelé la ville Neu-Isenburg.    

Les terres ont été réparties par Andreas Löber à l’aide du Pied d’Isenburg″, une mesure créée à cet effet qui devait, car de différentes longueurs selon les villes, engendrer des conflits ultérieurement. La ville est bâtie en un plan carré selon l’idéal baroque de l’époque. La construction d’une église et d’une mairie(1702) et ensuite d’une école(1704) complète l’urbanisation.

Les colons étaient très actifs avant tout comme paysans, mais ils se remirent vite à leurs anciens métiers du Strumpfwirker (la fabrication de bas), du tisserand de soie et de taffetas et ils furent alors à la base du développement économique de leur ville. Les communes environnantes se méfiaient des colons français et appelaient l'endroit « welsches Dorf ». Ils apportent de nouveaux fruits et légumes, comme les oranges, les citrons, les choux-fleurs, les petits pois et les artichauts.

L'intégration se passe relativement bien. L'influence des huguenots est aujourd'hui remarquable dans les grandes villes d'immigration telles que Berlin ou Francfort-sur-le-Main. La culture allemande est fortement influencée par les huguenots. Des termes allemands sont issus du français comme etepetete(« être-peut-être ») servant à qualifier une femme prétentieuse ou Muckefuck (« faux mocca ») pour un café un peu trop clair ou de chicorée ou d'orge (Ersatzkaffee).

Le musée de la ville (Löwenhaus) retrace à l’aide de beaucoup de documents (Livre du Consistoire entre autres), outils et pièces originales l’histoire de Neu-Isenburg de sa création à nos jours.

Un Stammtisch très intéressant qui s’est terminé par un excellent dîner au restaurant Frankfurter Haus, ancienne douane de la ville de Francfort.

Yvonne Chaumien