Börse Frankfurt
Seit 1843 besaß die Frankfurter Wertpapierbörse, nachdem sie fast anderthalb Jahrhunderte zur Miete im Haus Braunfels am Liebfrauenberg untergebracht gewesen war, erstmals ein eigenes Börsengebäude.
Damals ahnte kaum jemand, wie schnell Frankfurt und die Bedeutung des Börsenhandels bald wachsen sollten. Nach der Reichsgründung 1871 kam es in Deutschland zu einem Wirtschaftsaufschwung und zu einer sehr raschen Industrialisierung. Das Gebäude der Alten Börse erschien deutlich unterdimensioniert.
1879 wurde die von den Frankfurter Architekten Heinrich Burnitz und Oskar Sommer entworfene Neue Börse eingeweiht.
Während des Ersten Weltkrieges wurde der Handel mit ausländischen Wertpapieren nach und nach eingestellt.
Darunter litten auch die guten internationalen Kontakte der Frankfurter Börse. Während der Inflation (1914–1923) fiel die Kaufkraft von Wertpapieren, die einen Geldwert ausdrückten, ins Bodenlose. Aktien wurden hingegen zum begehrten Spekulationsobjekt.
Auch während der Luftangriffe auf Frankfurt am Main (im März 1944 wurde das Frankfurter Börsengebäude schwer beschädigt) handelten Makler in den Kellerräumen der Börse. Nach der Kapitulation der Wehrmacht blieb die Börse zunächst geschlossen; am 14. September 1945 konnte sie – als erste deutsche Börse – wiedereröffnet werden.
Nach der Währungsreform 1948 stieg die Frankfurter Wertpapierbörse in der internationalen Geltung wieder auf. Mit der Erlaubnis zum Handel ausländischer Börsenpapiere im Jahre 1956 konnte die Börse wieder die deutsche Spitzenposition einnehmen. Die Börse Frankfurt begleitete in den 1950er und 1960er Jahren das sogenannte Wirtschaftswunder in Deutschland und hatte nach eigenen Angaben eine wichtige Funktion als Kapitalvermittler für den Wiederaufbau des Landes.
1969 begann die Börse, Teile ihres Datenbestandes elektronisch zu verarbeiten. 1988 wurde der Aktienindex DAX eingeführt.