Historisches Museum und Mitgliederversammlung

Führung durch das Historische Museum Frankfurt am 10. März 2015

 

Anlässlich der Jahresmitgliederversammlung hatten wirr die Gelegenheit, an einer Führung durch das Historische Museum teilzunehmen. Während eine Gruppe den Rententurm, einen der wenigen erhaltenen Türme der ehemaligen Stadtbefestigung, besichtigte, unternahm die andere Gruppe einen Rundgang durch die umfangreiche Dauerausstellung Frankfurter Sammler und Stifter sowie die Ausstellung „Staufer Zeit“.

Als Einführung konnten wir zunächst ein weithin bekanntes Modell der Altstadt bestaunen, dass die Gebrüder Treuner in den Jahren 1925 bis 1961 gefertigt haben. Dieses Modell, dessen Häuser und sonstigen Baulichkeiten aus Holz gefertigt wurden, bildet maßstsabsgetreu den Zustand der Altstadt vor den Zerstörungen durch die alliierten Luftangriffe von 1943 und 1944 ab. Im erschreckenden Gegensatz hierzu steht das ebenso von den Gebrüdern Treuner gebaute Modell aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, das die völlig zerstörte Innenstadt zeigt.

Frankfurt war und ist eine Stadt der Sammler und Stifter. Die Ausstellung vermittelt in beeindruckender Weise die Tradition des bürgerschaftlichen Engagements.

Eduard Rüppell (1794-1884) war der bedeutendste Forschungsreisende Frankfurts. Zu sehen sind zahlreiche Präparate, die der Forscher von vielen Entdeckungsreisen unter anderem nach Nubien, Abessinien und an das Rote Meer mit nach Hause brachte und verschiedenen Frankfurter Institutionen wie z.B dem Senckenberg Naturmuseum vermachte.

Auf unserem Weg lag auch die patriotische Waffensammlung(Sammlung Fellner), die Militaria aus der Zeit vor 1866, als Frankfurt noch freie Reichsstadt war, zeigt

Sammlung Dalberg. Carl Theodor von Dalberg (1744-1817), Erzbischof und Staatsmann war nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 Fürstprimas des Rheinbundes und von 1810 bis 1813 von Napoleon ernannter Großherzog von Frankfurt. Herz der Sammlung ist der 500 Jahre alte rekonstruierte Annenaltar des Frankfurter Meisters.

Sehenswert ist auch das Morgenstern’sche Miniaturkabinet. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von Mitgliedern der Frankfurter Künstlerfamilie Morgenstern zwischen 1796 und 1843 gefertigter kleiner Kopien in verjüngtem Maßstab nach Originalen berühmter Meister, insbesondere niederländischer Maler. Die Kopien sind in 3 Schränkchen geordnet.

Ein Konditor als Kunstsammler. Johann Valentin Prehn (1749-1821), wohlhabender Frankfurter Konditor, der auf der prächtigen Zeil in Nachbarschaft zu den Malern Morgenstern wohnte, stellte im Laufe mehrerer Jahrzehnte eine Universalsammlung zusammen, die auch naturwissenschaftliche Objekte enthält. Im Mittelpunkt steht jedoch das Prehn’sche Gemäldekabinet. Es sind zahlreiche Miniaturgemälde, die in Läden kunstvoll angeordnet sind. Sie zeigen Landschaften und sakrale Objekte, aber auch Kuriositäten und erotische Motive, letztere diskret hinter einem kleinen Vorhang verborgen.

Zum Schluss der Führung wurden wir in die „Stauferzeit“ vor 800 Jahren zurückversetzt, eine Zeit, die für Frankfurt besonders wichtig war. Damals bildete sich die Bürgergemeinde und die Stadt erhielt das große Messeprivileg. Die Ausstellung befindet sich im Untergeschoss des Saalhofs. Im 12. Und 13. Jahrhundert residierten hier die deutschen Herrscher, wenn sie in Frankfurt weilten, unter ihnen Friedrich Barbarossa, der dort zum König gewählt wurde. Im Untergeschoss der Saalhofkapelle sind Kopien der mittelalterlichen Reichsinsignien (Krone, Zepter und Reichsapfel) zu sehen. Durch die Ausstellung zur Stauferzeit führt die Besucher ein Steg, der über den freigelegten Gebäudeteilen-den Grundmauern des Saalhofs-verläuft. Im Zentrum der Schau befinden sich Objekte der Stauferzeit: Bauskulptur, Bodenfunde und Gegenstände aus Metall, Siegel und Münzen. Der Eingangsbereich der Ausstellung wird durch die Reste der alten Stadtmauer aus dem 13.Jahrhundert und des Spätmittelalters begrenzt. Ein Brunnen und einige Wasserleitungen aus Holz und Stein belegen die Nähe zum Fluss, wobei man an einer Stelle in einen offenen Kanal hinabschaut.

 

Im Übrigen hatten wir die Chance, Arbeiten von Gisèle Freund (1908-2000), einer der bedeutendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts, in Augenschein zu nehmen. Freund studierte von 1931 bis 1933 Soziologie und Kunstgeschichte in Frankfurt, war Mitglied im Sozialistischen Studentenbund, musste aber als engagierte Gegnerin des Nationalsozialismus noch 1933 nach Paris fliehen. Sie fotografierte die Auseinandersetzungen der politisierten Studentengruppen an der Frankfurter Universität. Die im Rahmen einer kleinen Sonderausstellung gezeigten Fotos sind einzigartige historische Zeugnisse, Fotos, aufgenommen bei Demonstrationen der Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen mit linken Studenten am 1.Mai 1932. Sie zeigen linke Akteure mit handgeschriebenen Protesten und Fahnen sowie Rechte, darunter korporierte Studenten, die unter Polizeischutz demonstrieren ferner politische Redner am Opernplatz und am Römerberg.

Es war eine ebenso interessante wie abwechslungsreiche Museumsführung.

 

Hartmut Schroer

Bericht über die Jahresmitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des Vereins über das Geschäftsjahr 2014 fand am 10. März 2015 im Historischen Museum der Stadt Frankfurt statt.

Nach Begrüßung der Teilnehmer und der Feststellung der Beschlussfähigkeit wickelte Präsident André Fricker die Tagesordnung wie folgt ab:

1.       Geschäftsbericht des Vorstandes

Der Präsident berichtete über die Veranstaltungen des Clubs und die Sitzungen des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ferner gab er einen Überblick über die bereits terminierten Veranstaltungen des laufenden Jahres und machte insbesondere auf die Elsässer Woche aufmerksam, die in diesem Jahr mit einem Vortrag in der Villa Bonn am 15. September beginnt und bis Sonntag, dem 20. September dauert.

Nach Mitteilung des Schatzmeisters Robert Caron konnte das Geschäftsjahr 2014 mit einem leichten Überschuss (Euro 277,16) abgeschlossen werden.

2.       Bericht der Kassenprüfer

Der Kassenbericht der Kassenprüfer Bodo Müller und Viviane Rouvière wurde von letzterer erstattet.

3.       Wahl der Kassenprüfer

Bodo Müller und Viviane Rouvière wurden erneu einstimmig zu Kassenprüfern gewählt

4.       Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstandes

Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig die Entlastung des Vorstandes.

5.       Festlegung des Mitgliedsbeitrages

Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig die Beibehaltung des aktuellen Mitgliedsbeitrages (Euro 50,- für Einzelpersonen und Euro 70,- für Ehepaare/Partner und 250.- für fördernde Mitglieder).

6.       Verschiedenes

Herr Gérard Staedel, Ehrenpräsident des Vereins, stellte kurz die von ihm als Präsident geleitete Union Internationale des Alsaciens vor und lud zur Teilnahme an dem Ausflug der Vereinigung am 23. August 2015 nach Rouffach ein. Zum Abschluss hielt Herr Francois Striby, stellvertretender französischer Generalkonsul in Frankfurt und Ehrenpräsident des Vereins, eine kurze Ansprache.

 

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand ein gemeinsames Abendessen in dem direkt am Main gelegenen Restaurant MainNizza statt. Bei lockerer Stimmung wurden Wiener Schnitzel serviert, die selbst von unseren beiden österreichischen Mitgliedern mit einer Bestnote bedacht wurden.

Hartmut Schroer