Hindemith und Martingans

Hindemith ou le piano par dessus le toit

 

La soirée des alsaciens de Francfort du 12 novembre nous a permis de découvrir un endroit insolite et discret, la maison du compositeur et musicien Paul Hindemith (1895-1963). Il s'agit d'un tour moyenâgeuse si étroite et si raide que nous nous sommes tous demandés: mais comment ont-ils fait pour disposer un piano à queue tout en haut de l'édifice, au 3 eme étage? Simple, il a suffi de soulever le toit.... 

 

En tout cas, une conférence passionnante et exhaustive a largement rÍ ussi à nous faire connaître et aimer un homme dont l'oeuvre très personnelle fut qualifiée de motorique, utilitaire, à l'image de son époque industrielle.

 

Pour nous remettre de nos émotions artistiques, un excellent repas de la saint Martin, la traditionnelle oie aux marrons et choux rouge nous attendait dans un restaurant typique de Sachsenhausen. L'ambiance était joyeuse et tr ès sympathique. 

Merci "vilmol" aux organisateurs.  

 

Philippe Spieser, alsacien de Paris

 

Hindemith Kabinett und Martinsgans

Am 12. November besuchten 30 Mitglieder unseres Vereins das Hindemith Kabinett, eine dem berühmten Komponisten des 20. Jahrhunderts gewidmete Ausstellung im sog. Kuhhirtenturm. Dieser etwas versteckt im Frankfurter Stadtteil Altsachsenhausen liegende viergeschossige Turm ist das letzte Relikt der einst mit neun Türmen ausgestatteten mittelalterlichen Befestigungsanlage am südlichen Mainufer. Frau Dr. Schaal-Gotthardt, Leiterin des Hindemith Kabinetts, das 2011 im Kuhhirtenturm eröffnet wurde, machte uns in dem im vierten Stock des Turms gelegenen kleinen Musikzimmer in einem anschaulichen Vortrag mit dem Leben und Schaffen des Komponisten bekannt.

Paul Hindemith, geboren 1895 in Hanau, kam im Alter von 10 Jahren nach Frankfurt am Main. Er wurde dort später Konzertmeister im Orchester des Frankfurter Opernhauses. 1924 heiratete er Gertrud Rottenberg, die Tochter des Frankfurter Opernkapellmeisters Ludwig Rottenberg. Von 1923 bis 1927 bewohnte er mit seiner Frau, seiner Mutter und seiner Schwester die von ihm hergerichteten Räume des Turms. Von Frankfurt aus begann Hindemith seine beindruckende Karriere nicht nur als Komponist sondern auch als Instrumentalist, Musikpädagoge und Dirigent. In diese Zeit fällt die Vollendung der Oper „Cardillac“, einem der bis heute meistgespielten Bühnenwerke der 1920er Jahre. Vielseitig begabt verstand er sich auch als Zeichner skurriler Karikaturen. 1927 siedelte Hindemith mit seiner Frau nach Berlin über, wo er wo er als Kompositionslehrer an der Musikhochschule wirkte und das Musikleben mit eigenen Werken prägte. In die Berliner Zeit fallen auch mehrere Aufenthalte in der Türkei und drei Konzertreisen in die USA. Überhaupt verbrachte Hindemith große Teile seines Lebens auf Reisen, wobei er insbesondere auf Zugreisen zahlreiche Werke komponierte. Nach der Machtergreifung durch Hitler verschlechterte sich die Situation von Hindemith drastisch. Seine Werke galten als „kulturbolschewistisch“ und wurden 1936 mit einem offiziellen Aufführungsverbot belegt. 1938 verlassen die Hindemiths Berlin und suchen Zuflucht im schweizerischen Kanton Wallis. 1940 emigrierten sie in die USA, wo Hindemith an der Yale University, New Haven, als Professor für Musiktheorie tätig wurde. 1946 wurde ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. Bereits 1947 unternahm Hindemith eine Europareise mit Konzerten in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Ab 1951 lehrte er als Professor für Musikwissenschaft in Zürich. 1953 kehrten die Hindemiths endgültig nach Europa zurück und ließen sich in Blonay am Genfer See nieder. Seitdem war Hindemith gefragter Gastdirigent bei zahlreichen Orchestern weltweit. In dieser Zeit entstanden weitere bekannte Kompositionen unter anderem die „ Pittsburgh Symphony“. Nach letzten Konzerten im November 1963 stirbt Hindemith am 28. Dezember 1963 in Frankfurt am Main. Sein Grab wie das seiner 1967 verstorbenen Frau liegt auf dem Friedhof von Saint-Légier  nahe Blonay.

Durch den Vortrag inspiriert hatten wir sodann die Gelegenheit, die kunstvoll in den übrigen drei Stockwerken eingerichtete kleine Ausstellung in Augenschein zu nehmen. Es sind zahlreiche Dokumente zu Leben und Werk des Komponisten zu sehen beispielsweise Partituren und Familienfotos. Außerdem können Besucher an einer Medienstation  Kompositionen von Hindemith hören.

Nach dem kulturellen Teil schloss sich der kulinarische Teil unseres Novembertreffens  in der in der Nachbarschaft liegenden bekannten Gaststätte „ Zum Grauen Bock“ an, wo wir den Abend bei einem schmackhaften Gänseessen ausklingen ließen.

Hartmut Schroer