Jawlensky - Ausstellung im Museum Wiesbaden

Unser Treffen im Februar stand ganz im Zeichen des Malers Alexej von Jawlensky. 1864 in Torschok geboren, lebte er von 1896 bis 1914 in München. Der Kriegsausbruch zwang ihn zur Auswanderung in die Schweiz. 1921 siedelte er nach Wiesbaden über, wo er 1941 starb. Anlässlich der Wiederkehr seines 150. Geburtstages widmete das Museum Wiesbaden, das die weltweit bedeutendste Sammlung des Künstlers besitzt, dem russischen Maler unter dem Titel Horizont Jawlensky eine Ausstellung der in seiner Münchner Zeit geschaffenen Werke.

In München traf Jawlensky auf die internationale Avantgarde: auf Lovis Corinth, Wassily Kandinski und Gabriele Münter. Anhand ausgewählter Gegenüberstellungen erklärte unsere Museumsführerin , wie Jawlensky durch deutsche und französische Maler inspiriert wurde und wie er sich vom unbekannten Realisten zum weltberühmten expressionistischen Maler entwickelte. Nach einem pointillistischen an Paul Signac erinnernden Exkurs hat Vincent van Gogh am nachhaltigsten auf Jawlensky gewirkt. Erwähnt seien das 1904 entstandene Selbstbildnis mit Zylinder sowie viele Landschaftsbilder. Später beschäftigte er sich mit Paul Cézanne. Aus dieser Zeit stammen nicht nur Stillleben sondern auch Landschaften und Portraits. Auch Paul Gauguin gehörte zu seinen Impulsgebern. In diese Zeit fiel die Gründung der „Neuen Künstlervereinigung München“ durch Jawlensky, seine langjährige Weggefährtin Marianne von Werefkin sowie das Künstlerpaar Kandinsky/Münter. Aus der Vereinigung ging 1911 der „Blaue Reiter“ hervor. Es folgten weitere fruchtbare Jahre. Bildnisse, Akte Stillleben und Landschaften, insbesondere seine einprägsamen Köpfe gingen in die Kunstgeschichte ein und verhalfen ihm zu Weltruhm. Aus dieser Zeit ist vor allem sein in Öl gemaltes Selbstbildnis aus dem Jahre 1912 bekannt geworden.

Von der Ausstellung sehr beindruckt machten wir uns auf den Weg zu „Chez Mamie“, wo wir den Abend bei Speis und Trank und guten Gesprächen beschlossen.

Hartmut Schroer